Ein Wochenende der Superlative

mit den meisten Teilnehmern (32 Personen und 1 Baby), den mutigsten Schritten,
den schnellsten Steinböcken und den schönsten Wetterbedingungen.

Der mutigste Kern des GAIZ machte sich an einem spätsommerlichen Wochenende im August voller Spannung auf um die Baumwipfel zu erklimmen. Im Seilpark Interlaken warteten auf uns verschiedene Parcours, bei welchen es auf Gleichgewichtssinn, Geschicklichkeit und Mut ankam.


Gespannt - und bereits ein klein-wenig nervös - lauschten wir der Einführung in die Welt der Karabiner und Tyrolienne. Und dann ging es auch schon los; auf dem Startpodest auf knapp drei Meter wurde das mulmige Gefühl im Magen und das Zittern in den Knien immer stärker und die faulen Sprüche immer leiser…nun hatten wir - salopp ausgedrückt - „so richtig dä Schiss idä Hose“! Auf wackligen Seilbrücken, über meterlange Stahlseile und unterschiedliche Höl-zer bewegten wir uns auf unsicheren Füssen von Plattform zu Plattform - immer höher und höher.

Da ist es wohl verständlich, dass einige schon bei der ersten Übung kreideweiss im Gesicht waren (vielleicht hätten sie halt nicht gerade mit der mittelschweren Strecke „Specht“ beginnen sollen!?!). Ich selber habe mich beim Balancieren auf einem sehr instabilen, 200 Meter langen Stahlseil auf ca. 20 Meter über Boden schlicht gefragt „wieso tu ich mir das eigentlich an?!“. Aber wer mal gestartet war, für den gab es kein Zurück mehr! Augen zu und durch! Schliesslich kamen aber alle heil und im absoluten Adrenalinrausch wieder am Boden an. Die Erleichterung, Freude und der Stolz waren riesengross. Ängste wurden überwunden und Grenzen neu gesetzt! Belohnt wurden wir mit einem feinen Bar-becue und noch feinerem Tropfen Wein.

Einige hatten nun Blut geleckt und wollten sich auf die „schwarze Piste“ wagen. Hier hiess es auf dem Schild: „Schwieriger Parcours mit anspruchsvollen und kräfteraubenden Elementen. Körperlich sehr anstrengend. Plattformhöhe bis 20 Meter.“ Doch schon beim ersten Element gab es herzhaftes Gelächter, als Dani versuchte auf einem Stahlseil balancierend mit einem mannshohen Fass über einen Abgrund von ca. 10 Meter zu gehen. Auch Fabio kon-nte man aus 20 Meter Entfernung ansehen, wie sehr er ab der Höhe und der Anstrengung litt. Selbst Antonio blieb zum ersten Mal überhaupt sein „O sole mio“ im Hals stecken. Und doch waren es die drei, welche als einzige die halsbrecherische Höhe und die herausforderndsten Elemente bezwangen! Respekt!

Den Rest des Nachmittages verbrachten die meisten von uns aufdem erstklassigen Zeltplatz „Balmers Tent Village“ mit einem Bierchen in der Hand die letzten Sonnenstrahlen geniessend auf der Hängematte, bis es dann schon bald wieder losging, mit dem nächsten äusserst wichtigen Programmpunkt: dem Abendessen! Danach stürzte sich die Jungmannschaft ins Interlakner Nachtleben… und musste schon bald feststellen, dass hier kaum je-mand Deutsch sprach. Wir waren die einzigen „einheimischen Touristen“!

Die Nacht bei rund 5-8 Grad Celsius verbrachten nicht alle gleich geruht. Der eine wurde durch eine Palme im Zelt geweckt, der andere durch nächtliches Gelächter und Gekicher vom Zelt nebenan. Trotzdem machten wir uns alle fit und munter am nächsten Tag bei strahlendem Wetter hinauf aufs Niederhorn, wo uns eine atemberaubende Aussicht auf das Alpenpanorama des Berner Oberlandes mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau erwartete.

Hier teilten wir unsere Mannschaft in drei Gruppen ein – wie wir es uns auch schon von der Settimana Bianca her gewohnt waren: Gruppe Easy wollte den direktesten Weg vom Gipfel zur Feuerstelle nehmen, Gruppe Touristico genoss den Kretenweg mit anschliessender Berg- und Talwanderung in unberührter Natur und Gruppe Speedy machte noch eine Zusatzschlaufe um das Gemmenalphorn zu erklimmen.

Die Gruppe Touristico wurde für einmal nicht von Piero sondern von Nils und die Gruppe Speedy von Timo angeführt. Die Kleinen von Benny und Nico bewiesen sich als äusserst berggewandte kleine Steinböcke!

Wir staunten auf alle Fälle nicht schlecht, als wir dann schlussendlich alle etwa zur gleichen Zeit bei der Feuerstelle ankamen (die Gruppe Easy, angeführt von Koni, hatte wohl eine unfreiwillige Zusatzschlaufe gemacht?!?). Wieder gab es viel Leckeres zu essen und trinken.

Das wohlverdiente Nickerchen fiel dann leider etwas kurz aus und schon bald ging es mit der Bahn wieder talwärts. Ein wundervolles, erlebnisreiches Wochenende nei-gte sich dem Ende zu. Sonnen-stich, Muskelkater und volle Bäuche liessen uns aber auch Tage später noch an die tollen Stunden denken.

Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung…
Bis bald

Sara