Unsere Geschichte

Die Geschichte des G.A.I.Z.

 

Von Marzia und Ugo Milesi-Pozzi, Gründungsmitglieder des G.A.I.Z.

 

Eine kurze Geschichte, wie die Idee zur Gründung eines Skiclubs geboren wurde.

 

Wir wollten allen Italienern und nicht Italiener aus Zürich und der Region, ermöglichen, einen Sport auszuüben, der die ganze Familie einbeziehen könnte (nicht immer Fussball, der damals bei italienischen Vereinen «im Kurs» war).

 

Unser lieber Freund Aurelio Pilot von G.A.I.W. hat uns alle Informationen gegeben, die benötigt wurden, um einen Club zu gründen, ähnlich wie der Club in Winterthur.

Ausserdem waren wir beide im Vorstand der italienischen Freien Kolonie in Zürich und konnten ihre Räumlichkeiten mehrere Jahre kostenlos benutzen als Hauptsitz des neuen Clubs.

Hauptsitz, der dann für viele Jahre zu einem Treffpunkt mit unseren Mitgliedern wurde. Denn damals trafen wir uns für die Mitgliedschafts- und Skischule-Anmeldung, für allgemeine Informationen und Vorstandssitzungen. Diese Räumlichkeiten benutzten wir aus als Lager für verschiedene Materialien.

 

Und so begannen wir beide 1978, mit der Hilfe von Costanzo Ferrucci und Gianni Morrone die ersten Ausflüge in den Schnee von Brunni-Alpthal für begeisterten Skifahrer zu organisieren.

 

Wir vier haben dann 1980 offiziell eine Versammlung, den G.A.I.Z. gegründet, mit dem ersten Vorstand: Ugo (Präsident), Marzia, Costanzo und Gianni.

 

Nicht zu vergessen ist Mario Maffioli, der uns in dieser Versammlung den ersten CHF 100.- für den Start gespendet hat.

 

Brunni-Alpthal hat sich für uns als ungeeigneter Standort herausgestellt und wir «zogen» auf den Flumserberg, was eine ideale Wahl war.

Der G.A.I.Z. von der Nähe gesehen

Von Piero Bertagno: ehemaliger langjähriger Präsident des G.A.I.Z.

Mai 2022

 

Der G.A.I.Z. war schon da, ich habe ihn nicht erfunden. Allerdings habe ich ihn geboren, ziemlich genau gesehen, wenn auch als fremder Zuschauer.

 

Ende 70er-Anfang 80er war ich neu in der Schweiz und neu bei der Firma Maag Zahnräder. In der Drechslerei, wo ich arbeitete, gab es eine Gruppe von Kollegen, die in der Abteilung Mittagspause machten, wir redeten ein wenig über alles und in dieser Zeit sogar viel über das Skifahren.

 

Ich erinnere mich an Ugo Milesi als «Bandenführer» einerseits, mit Costanzo Ferrucci, Dino Bottega, Giacomo Taboni, Renato Massaro und Gianni Morrone, die skibegeistert waren und andererseits Adalberto Gabellini zusammen mit Annibale Gentili, die sie für verrückt hielten.

Dann gab es noch Alberto Altisent, «scheinheiliger Catalan», der je nach Diskussion ein wenig mit dem einen und ein wenig mit dem anderen war.

 

Diese Gruppe wurde in einem mokanten Ton «The Table f Science» genannt.

Früher habe ich mich manchmal eher aus Neugier dazugesellt, vor allem montags, um mir die Zusammenfassung der ersten Abenteuer im Schnee anzuhören, die am Vortag in Brunni-Alpthal, Hoch-Ybrig und am Flumserberg stattfanden.

 

Ich hörte, dass sie über die italienische Freie Kolonie, über Clubs, Vereinigungen, Programme und Statuten sprachen, aber dies interessierte mich nicht. Damals habe ich Langlauf auf Amateurniveau betrieben und gerade mit dem Engadiner Langlaufmarathon begonnen.

Einige Zeit später, im Herbst 1981 meldete sich Ugo bei mir, weil der G.A.I.Z. einen Langlauflehrer brauchte.

 

Ich sagte zu, fasziniert von der Neuheit, geehrt und, zugegeben, auch mit Stolz von der Anfrage berührt. Ich, Piero Bertagno, Langlauflehrer... Es schien nicht wahr zu sein!

Ich habe erst später auf meiner Haut und besonders beim ersten Schüler gemerkt, dass es nicht dasselbe ist, gut genug Skifahren zu können und das weiterzugeben, was für einen als leicht galt!

Du bist auf der Piste und sagst: «Tu dies... und tu das...» Du bist überrascht, dass die Schüler, keine Ahnung haben, wovon du redest, und es nervt dich, dass du nicht fähig bist, ihnen zu zeigen, wie sie sich verbessern konnten.

Die ersten Mitglieder bitte ich demütig um Verzeihung, wenn ich, überwältigt von der Begeisterung, vielleicht das Unmögliche von ihnen verlangt habe!

 

Der G.A.I.Z. fuhr damals mit der Begeisterung für die Neuigkeit, mit dem Idealismus ihres Gründers.

Es gab zwei Reisebusse, 75 Sitzplätze, die nach Flumserberg fuhren. Und es gab noch keine Autobahn. Abends stiegen oft die «Draufgänger» in Unterterzen ein, die sich auf der Piste «Terza» wagten.

Aus dieser Zeit erinnere ich mich auch an eine Versammlung, bei der versucht wurde, den G.A.I.Z. zum Profi Skifahrer-Club zu bringen, mit Sommertraining auf dem Stelvio und Sponsoring.

 

Fast wöchentliche Sitzungen mit Lehrern und Vorstand waren die Regel, es gibt viel «Demokratie», wo alle zu Wort kommen, wenig schriftliches, viel Improvisation und eine gewisse Uneinigkeit darüber, was zu tun ist. Was zur Trennung vom G.A.I.Z., von der Gruppe führte und die später zu den CAS-Gründern gehörten.

 

Das sind die Jahre, in denen ich mich mit Theo Mastrodomenico und Ranieri dalla Valle um die Kasse kümmere und die weiteren Geschehnisse aus der Ferne verfolge. Das Abschlussrennen im Wald, wo Langläufer die Türen bewachen, und das Abschlussfest, sind die einzigen sozialen Aktivitäten, an denen ich teilnahm.

 

Das ändert sich schlagartig, als ich 1987 zusammen mit Andra Sias in den Vorstand eintrat. Es war das Jahr, in dem Manfred, der alte Chef der Kabinenbahn, nach Bad Ragaz abreist und ihm der G.A.I.Z. folgen sollte. Zwei hitzige Meetings und der sinnvolle Entscheid, vor dem Wechsel, den Platz zu analysieren, veranlassten uns, am Flumserberg zu bleiben.

 

Patrizia Wyss-Violino übergibt die Leitung der Skischule an Silvia Marchetti und dem damals 18-jährigen Ivan Nikolic. Es dauert nicht lange, nur ein Jahr, dann übernahm Stefano Adami, ebenfalls gerade volljährig. Im folgenden Jahr traten Vanda Motalli und c in den Vorstand ein und gaben dem Club einen erheblichen organisatorischen Schub.

 

1990 verlissen Ugo Milesi und Marzia Pozzi, Gründer des Clubs, nach zehn Jahren an der Spitze das Präsidium danach begann die erste Phase mit Piero Bertagno als Präsident.

 

Die frühen 90er sind innovativ: Piero und Stefano erneuern die Statuten, Vanda und Graziella schlagen ein neues Wappen und eine neue Flagge vor, mehr im Einklang mit den Aktivitäten des Vereins, Andrea fördert das Maroni Fest im Herbst, die Settimana Bianca in den Dolomiten wird ins Programm aufgenommen, die ersten Snowboardkurse beginnen, das GAIZettino ändert sein Format und der Club verlässt den Sitz der Freien Kolonie, um in die Casa d'Italia zu ziehen.

 

Auch die Vorstandssitzungen ändern sich, es wird nicht mehr nur Italienisch, sondern auch und oft Schweizerdeutsch.

 

Mitte der 90er-Jahre hatte der Verein die meisten Skikursmitglieder (über 200), aber das Interesse am gemeinsamen Busfahren und auch zum Mittagessen auf der Piste ging zurück, jeder sucht sich lieber seinen eigenen Weg.

Es ist die Zeit, in der Franco Adami die Idee des Rennteams vorantreibt, er schafft es, die verschiedenen Mitglieder zu motivieren: Sandro Adami, Marco Bertagno, Ivan Bellini, Florian Corsetti, Diego und Fabio Camossi, Biagio Carelli, Alessandro und Filippo Gentile, Tony Casaletto, Alessandro Blasi usw. an den ersten offiziellen Skirennen teilzunehmen.

 

Diese Idee wurde dann offiziell mit der Registrierung vom G.A.I.Z. im CH-Skiverband, heute Swissski und mit der Aufnahme der Brüder Michel und Sandro Santeusanio, die bereits Experten für regionale Wettbewerbe im Jugendbereich waren.

 

Mit dem G.A.I.Z. im Verband reiht sich auch die Mogul-Freestyle-Gruppe mit den Albanese-Brüdern an der Spitze ein, Pino, der Älteste der drei, wird ein paar Jahre später (und der GAIZ mit ihm) den Titel des Schweizer Meisters der Buckelpiste feiern!

 

Meiner Meinung nach waren dies die besten Jahre des Vereins, inzwischen war die Führung von Piero Bertagno (neuer Leiter Winterkurse) erst zu Gianni Camossi und dann zu Vanda Motalli übergegangen, mit Denise Zocca in der Administration und Yvonne Widmer in der Buchhaltung, aber wie so oft, wenn Ersatzteile fehlen, hat der anfängliche Enthusiasmus der konkurrenzfähigen G.A.I.Z. langsam nachgelassen, bis er ganz verloren ging.

 

Rocco Ferrulli übernimmt 2001 die Nachfolge von Vanda Motalli, die nach 3 Jahren die Führung vom G.A.I.Z. verlässt. Leider gehen auch Piero (beruflich) und Franco Adami (der nach Italien zurückgekehrt ist) mit ihr. Trotzdem hält Rocco das Aktivitätsniveau hoch, bis er nach dem Ausscheiden von Denise und Yvonne den grössten Teil der Managementarbeit fast alleine erledigen musste.

 

An der Generalversammlung vom 2006 trat Rocco endgültig zurück und ich, der an diesem Tag aus Frankfurt zurückkehrte und aus reiner Neugierde zur GV ging, fand mich ohne Vorwarnung wieder an der Spitze des Vereins.

 

Ich habe mir (und dem Verein) in diesem Moment versprochen, dass ich diese Position nur verlassen werde, wenn die richtigen Leute im Vorstand sind, um die Managementarbeit erfolgsversprechend fortzusetzen. Ich denke, ehrlich gesagt, es ist mir gelungen.